Auf den ersten Blick wirkt PET-Filz recht einfach: ein leichtes, robustes Paneel mit weicher Textur, erhältlich in einer breiten Farbpalette. Hinter dieser Einfachheit steckt jedoch ein sorgfältig gesteuerter Prozess, der gebrauchte PET-Verpackungen in etwas Neues verwandelt - Polyesterfaser, neu gedacht als funktionales Material für Architektur und Innenarchitektur.
PET-Filz kann mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen: fertige Oberfläche, Schallabsorber und gestalterisches Statement. Er kann eine ganze Wand verkleiden, als akustischer Baffle von der Decke hängen, ein Großraumbüro unterteilen oder Teil eines Möbelstücks oder einer Leuchte werden. Genau diese Kombination aus Leistung und gestalterischer Freiheit ist der Grund, warum er immer wieder in modernen Büros, Hotels, Restaurants, Schulen und anderen öffentlichen Räumen auftaucht.
Was genau ist PET-Filz eigentlich?
PET steht für Polyethylenterephthalat - das Material, das vor allem von Getränkeflaschen und anderen Verpackungen bekannt ist, aber auch häufig zu Polyesterfaser verarbeitet wird. Bei PET-Filz werden diese Fasern jedoch nicht wie ein herkömmliches Gewebe verwoben. Stattdessen werden sie unter Hitze und Druck geschichtet und miteinander verbunden, wodurch ein Paneel entsteht, das gleichmäßig, porös und formstabil ist.
Das Material, mit dem Lola Acoustix arbeitet, enthält laut Materialspezifikation 70 % recyceltes PET. Unser Standardpaneel mit 12 mm kommt im Format 1220 × 2440 mm und wiegt rund 2.400 g/m². Für Projekte, die mehr Stärke, eine markantere Form oder ein anderes akustisches Verhalten erfordern, bieten wir auch eine 24 mm-Version an. Mit einer Palette von mehr als 50 Farben kann sich das Material dezent im Hintergrund halten oder zum visuellen Hauptelement eines Raums werden.
Wie wird aus einer PET-Flasche ein Paneel?
Der genaue Prozess variiert je nach Hersteller und Anforderung an das fertige Material, aber der Weg von der Verpackung zum Paneel folgt in der Regel denselben zentralen Schritten.
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1. Sammlung und Sortierung
Gebrauchte PET-Verpackungen werden zunächst gesammelt und sortiert. Deckel, Etiketten, Restinhalte und andere Kunststoffe, die die Qualität des recycelten PET beeinträchtigen könnten, werden aus dem Materialstrom entfernt. Die Qualität dieses Ausgangsmaterials wirkt sich direkt auf Farbkonsistenz, Festigkeit und Stabilität der später erzeugten Faser aus.
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2. Waschen und Zerkleinern
Die sortierten Flaschen werden gründlich gewaschen und anschließend zu kleinen PET-Flakes zerkleinert. Diese Flakes werden weiter gereinigt und getrocknet, um ein für die Weiterverarbeitung geeignetes Rohmaterial zu erhalten.
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3. Verarbeitung zu Faser
Die gereinigten PET-Flakes werden unter Hitze verarbeitet und zu einer Masse umgeformt, aus der feine Polyesterfasern gezogen werden. Diese Fasern bilden die Grundlage für das spätere Paneel. Ihre Stärke und Gleichmäßigkeit werden in diesem Schritt genau kontrolliert, da sie Optik, Dichte und mechanische Eigenschaften des fertigen Materials direkt bestimmen.
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4. Schichtung der Fasern
Die Fasern werden gleichmäßig verteilt und in Schichten abgelegt, wodurch ein dreidimensionales Netzwerk mit einer enormen Zahl winziger Lufteinschlüsse zwischen den Fasern entsteht. Genau diese Struktur verleiht dem Material seine Fähigkeit, Schall zu absorbieren.
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5. Thermisches Verbinden und Pressen
Die Schichten werden anschließend unter Hitze und Druck zu einem festen Paneel verbunden. Die präzise Steuerung dieses Vorgangs bestimmt Stärke, Dichte, Festigkeit und finale Textur des Paneels. Nach dem Abkühlen werden die Paneele kalibriert, zugeschnitten und vor der Weiterverarbeitung geprüft.
Das Ergebnis ist nicht einfach recyceltes Rohmaterial in neuer Form - es ist ein Material, das für den langfristigen Einsatz in Innenräumen entwickelt wurde.
Ein Kreislauf - von recyceltem Kunststoff zum fertigen Akustikpaneel.
Warum absorbiert PET-Filz Schall?
Schall breitet sich in einem Raum als Welle aus. Trifft er auf eine harte Oberfläche - Glas, Beton, Putz, Stein - wird ein Großteil dieser Energie direkt zurück in den Raum reflektiert. Wiederholte Reflexionen bauen sich als Echo auf, verlängern die Nachhallzeit und erschweren das Verstehen von Sprache.
PET-Filz funktioniert anders. Dringt eine Schallwelle in seine poröse Struktur ein, versetzt sie die Luft zwischen den dicht gepackten Fasern in Bewegung. Reibung und Widerstand im Material wandeln einen kleinen Teil dieser Schallenergie in eine geringe Menge Wärme um - wodurch weniger Schall in den Raum zurückreflektiert wird.
Es lohnt sich, den Unterschied zwischen Schallabsorption und Schalldämmung genau zu benennen. PET-Filz reduziert vor allem Reflexionen, Echo und Nachhallzeit innerhalb eines Raums. Für sich allein ist er keine bauliche Barriere, die Schall am Übertritt von einem Raum in den anderen hindert - dafür braucht es die passende Konstruktion von Wand, Decke, Boden, Tür und Anschlüssen.
Das Material selbst ist nur ein Teil des akustischen Ergebnisses. Entscheidend sind auch Stärke und Dichte, die gesamte belegte Fläche, die Geometrie des Elements, der Einbauort sowie der Luftspalt zwischen Paneel und dahinterliegender Wand oder Decke. Deshalb sollte ein Absorptionswert immer zusammen mit der genauen Prüfkonfiguration gelesen werden, in der er ermittelt wurde.
Was zeigen die Labortests tatsächlich?
Lola Acoustix hat seine PET-Filz-Paneele von unabhängigen Laboren prüfen lassen. Da Ergebnisse an die jeweils geprüften Muster und Montagemethoden gebunden sind, geben wir zu jedem Wert die entsprechenden Bedingungen an.
Schallabsorption - PET-Filz 12 mm
Ein 12 mm-Paneel mit einem Gewicht von rund 2,32 kg/m² wurde nach ISO 354:2003 in einem Hallraum geprüft, montiert nach Typ E mit einem Luftspalt von 200 mm hinter dem Paneel.
Diese Konfiguration ergab:
- durchschnittlicher Schallabsorptionsgrad αs = 0,80 über 100-5000 Hz
- Noise Reduction Coefficient: NRC = 0,85
- bewerteter Schallabsorptionsgrad αw = 0,90
- Schallabsorptionsklasse A nach ISO 11654
Das sind starke Werte - sie gelten jedoch für genau diesen Prüfaufbau. Wird dasselbe Material bündig an einer Wand montiert, mit einem kleineren Luftspalt oder in einer anderen Geometrie, kann sich ein abweichendes Ergebnis ergeben.
Schallabsorption - PET-Filz 24 mm
Ein 24 mm-Paneel wurde nach SIST EN ISO 354 am slowenischen Zavod za gradbeništvo (Institut für Bau- und Ingenieurwesen) geprüft. Montiert nach E-200, mit einem Luftspalt von 200 mm hinter der Probe, erreichte es einen bewerteten Schallabsorptionsgrad von αw = 0,85 H - Schallabsorptionsklasse B nach SIST EN ISO 11654.
Dasselbe Material wurde auch als freistehendes Element geprüft, was für Raumteiler relevant ist. Die Ergebnisse erinnern daran, dass bei Akustikprodukten das gesamte Element und seine Positionierung entscheidend sind - nicht nur die Stärke der rohen Platte.
Brandverhalten
PET-Filz mit 12 mm Stärke und 2.400 g/m² wurde nach EN 13823 und EN ISO 11925-2 geprüft und nach EN 13501-1:2018 klassifiziert.
Die geprüfte Probe erreichte die Klassifizierung B-s1,d0:
- B - sehr geringer Beitrag zur Brandausbreitung
- s1 - geringe Rauchentwicklung während der Prüfung
- d0 - keine brennenden Tropfen oder Partikel während der Prüfung festgestellt
Diese Klassifizierung gilt im vom Prüfbericht beschriebenen Rahmen: für das geprüfte 12 mm-Produkt, mechanisch und fugenlos auf einem Untergrund der Klasse A1 oder A2 befestigt. Bei geklebten, laminierten oder mehrteiligen Aufbauten lohnt es sich zu prüfen, ob die bestehende Klassifizierung den gesamten Aufbau tatsächlich abdeckt.
Formaldehydemission
Die Formaldehydemission wurde mit einem an EN 717-1:2004 angelehnten Verfahren geprüft. An der geprüften Probe wurde Formaldehyd nicht oberhalb der Nachweisgrenze des Labors von 0,050 mg/m³ nachgewiesen.
Die präzise Formulierung dafür lautet „nicht nachgewiesen bei einer Nachweisgrenze von 0,050 mg/m³" - nicht die Aussage eines absoluten Wertes von 0 %. Diese Formulierung liefert Planern eine reale, überprüfbare Zahl statt einer vereinfachten Lesart des Laborergebnisses.
Alle oben genannten Prüfberichte finden Sie in unserem Bereich Downloads.
Ein Material, das Architekten Gestaltungsspielraum gibt
Akustische Leistung ist nur ein Teil dessen, was PET-Filz kann. Die Platte ist leicht, einfach zu handhaben und lässt sich sauber bearbeiten. Sie kann plan geschnitten, gefräst, graviert, perforiert, V-genutet und zu dreidimensionalen Formen gefaltet, zu dickeren Elementen verklebt oder in einer Vakuumpresse geformt werden.
Deshalb kann dasselbe Grundmaterial zu einem Wandpaneel, einem Deckenbaffel, einem Raumteiler, einem dekorativen Element, Teil eines Möbelstücks oder einer akustischen Leuchte werden. Innerhalb der Standardfarbpalette ist die Farbe keine nachträglich aufgetragene Oberflächenbeschichtung - sie durchzieht das Material selbst, sodass Schnittkanten und bearbeitete Flächen als Teil des Designs sichtbar bleiben können.
Das Material gibt dem Architekten keine feste Form vor. Es ist Ausgangspunkt für modulare, parametrische oder vollständig maßgeschneiderte Lösungen, die um einen bestimmten Raum, eine Markenidentität und das tatsächlich benötigte akustische Ergebnis herum entwickelt werden.
Nicht jedes PET-Filz-Paneel ist gleich
Der Name des Materials allein sagt wenig aus. Zwei PET-Filz-Paneele derselben Stärke können sich in Dichte, Faserstruktur, Steifigkeit und akustischem Verhalten unterscheiden - und die Art der Verarbeitung und Montage verändert das Endergebnis noch zusätzlich.
Es lohnt sich daher, vor der Ausschreibung Folgendes zu prüfen:
- Stärke, Format und Gewicht des Materials
- den Recyclinganteil und den Nachweis, der diese Angabe belegt
- die Norm, nach der die akustische Prüfung durchgeführt wurde
- die genaue Prüfkonfiguration, insbesondere den Luftspalt hinter dem Paneel
- die Brandklassifizierung und ihren Anwendungsbereich
- ob sich ein Ergebnis auf das Rohmaterial oder das fertige Produkt bezieht
Diese Sorgfalt schützt sowohl Planer als auch Bauherrn. Sie sorgt außerdem dafür, dass PET-Filz für das ausgewählt wird, was er in einem Raum tatsächlich leisten muss - nicht nur für Farbe und Muster.
Vom Material zur Lösung
Bei Lola Acoustix verstehen wir PET-Filz als Ausgangspunkt, nicht als Fertigprodukt. Wir verbinden seine akustische Leistung mit Gestaltung, digitaler Vorbereitung, präziser CNC-Bearbeitung, Formgebung und praktischer Erfahrung bei der Montage in realen Innenräumen.
Bevor wir uns für eine Lösung entscheiden, betrachten wir, wie der Raum genutzt wird, sein Volumen, seine harten Oberflächen, vorhandenes Mobiliar und das benötigte Maß an akustischem Komfort. Erst danach legen wir Elementtyp, Menge und Montageart fest. Für eine erste Einschätzung ist unser Akustikrechner ein guter Ausgangspunkt; komplexere Räume erhalten ein individuelles Konzept.
So endet die Reise einer PET-Flasche nicht als Abfall. Sie wird zur Faser, die Faser wird zum Paneel, und das Paneel wird Teil eines Innenraums, der ruhiger, komfortabler und unverkennbar eigenständig wirkt.
Möchten Sie das Material persönlich sehen, die Farbpalette durchsehen oder technische Unterlagen für ein Projekt erhalten? Senden Sie uns eine Anfrage - gemeinsam finden wir eine Lösung, die zum Raum und zu den Menschen passt, die ihn nutzen.